Doula sein

Doula sein 2017-06-09T14:01:46+00:00

Doulas nehmen eine alte Tradition wieder auf. Ihre Anwesenheit und Unterstützung bei Geburten ist keine neue Entwicklung oder Modeerscheinung. Die gebärende Frau wurde und wird in vielen Kulturen und Ländern zusätzlich zur Hebamme und ihrem Partner von einer oder mehrerer ihr vertrauten, geburtserfahrenen Frau(en) begleitet.

Doulas sind unabhängig, frei und ausschließlich den Interessen, Wünschen und Bedürfnissen der Eltern verpflichtet, ohne in medizinische Belange einzugreifen. Die Doula sieht sich als Dienerin des Unterstützerkreises, welche werdende Eltern in einen neuen Lebensabschnitt begleiten. Die Kosten für eine Doula Geburtsbegleiterin werden von den Eltern privat getragen.

Während der Ausbildung erlernen und üben die Teilnehmerinnen, sich als geburtserfahrene Fachperson ausschließlich auf das Informieren, Unterstützen, Ermutigen und Bestärken schwangerer Frauen und ihrer Partner zu konzentrieren. Sie bieten Massagen an, Übungen mit dem Rebozo, stärken das Körpervertrauen der Schwangeren und informieren das Paar über Möglichkeiten und Angebote, die ihnen zur Verfügung stehen.

Um den errechneten Geburtstermin bieten Doulas eine 24stündige Rufbereitschaft an und umsorgen Mutter und Vater von den ersten Wehen an, bis das Baby geboren ist.

Hierfür ist die Unterstützung der eigenen Familie/Umfelds notwendig, da nie planbar ist, wann eine Geburt losgeht und wie lange sie dauern wird. Die Doula unterstützt die werdende Mutter im beginnenden Geburtsprozess darin, Zugang zu ihrer Gebärkraft und den Glauben an sich selbst zu finden. Oftmals ist die Doula während einer Geburt die einzige Frau, die eigene Geburtserfahrung mitbringt und dieses Körperwissen- und vertrauen auf die Gebärende ausstrahlen und sich mit ihr auf dieser Ebene verbinden kann.

Die Studie, „Kontinuierliche Unterstützung für Frauen während der Geburt“, wurde von der angesehenen Cochrane Collaboration anhand der Erfahrungen von fast 13.000 Frauen durchgeführt. Diese internationale Organisation entwirft und hält aktuelle, strenge systematische Reviews über die hoch-qualitativen Studien in vielen Bereichen der Gesundheitsvorsorge und Medizin fest.

Verglichen mit Frauen ohne kontinuierliche Betreuung, liefen jene, die kontinuierliche Unterstützung von einer außenstehenden (nicht der Klinik zugehörigen) Person hatten, bedeutend weniger Risiko, einen Kaiserschnitt zu haben oder andere Interventionen und Unzufriedenheit zu erleiden.

Diese Frauen hatten:

26% weniger Risiko per Kaiserschnitt zu gebären

41% weniger Risiko mit Saugglocke oder Zange zu gebären

28% weniger Risiko irgendein Schmerzmittel oder Anästhesie und

33% weniger Risiko unzufrieden zu sein oder ihre Geburtserfahrung negativ zu beurteilen